Fußball mal anders

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Written By: Daniel Remler

Ashbourne ist eine kleine, verträumte Stadt nördlich von Birmingham. Hier regiert die Ruhe und Wanderer finden in der ländlichen Umgebung ihren Abstand vom hektischen Alltag. Doch an zwei Tagen im Jahr ist diese Ruhe trügerisch. Es ist die Ruhe vor dem Sturm.
Faschingsdienstag und Aschermittwoch sind die Tage des Shrovetide Footballs. Wer jetzt aber das Bild vor Augen hat, wie 22 Mann hinter einem Ball her rennen, liegt weit daneben. Die Szenerie gleicht eher einer Stierhatz. Es sind mehrere Hundert Menschen, die sich um den Ball ringen, fast alle Bewohner der Stadt. Je nachdem, ob sie diesseits oder jenseits des Flusses wohnen, gehören sie entweder zu dem “Up’ards” oder zu den “Down’ards”. Anstoß ist auf dem zentralen Marktplatz. Von dort gilt es, den Ball über den Fluss zu bringen um ihn dann an einen der beiden Steine zu kicken, die an beiden Enden der Stadtgrenze liegen. Der Weg dorthin folgt keiner geplanten Route und so geht es durch den Fluss, über matschige Wiesen und durch Straßen und Gassen. Das kann durchaus seine 10 Stunden dauern und gipfelt schlussendlich in einer wilden und feuchtfröhlichen Siegesparty im Herzen der Stadt.

Es ist eine sehr ungewöhnliche Tradition, die man wohl erlebt haben muss, um sie zu begreifen. Wer allerdings nicht bis nächstes Jahr warten will, schaut sich am besten den Beitrag im ZDF an.

4 Responses to “Fußball mal anders”

  1. Felix Says:

    Schon extrem geil!
    So ein Spielchen in Mittweida, nur mit der Regel “keinen umbringen zu dürfen” wäre sogar mal wieder eine Reise nach Mittelsachsen wert. Wobei die Mitspieler dort wahrscheinlich entweder vorwiegend Zahnersatz und Wurfstern tragen.

    Konntet Ihr dem Geschehen beim Dreh immer rechtzeitig entkommen?

  2. Daniel Says:

    Mittweida hätte zwar die richtig Größe, aber die vielen Steigungen würden die Sache sehr schwer machen. Und das Klientel, da hast du recht.

    Entkommen sind wir nicht immer rechtzeitig – im Gegenteil. Wir waren immer mitten drin. Aber die Kamera hat’s überlebt und wir hatten am Ende auch keine Schrammen, sondern nur ein paar nasse Füße :)

  3. Flo Says:

    Das ging wie lange, 10 Stunden? Wie ging es denn nun aus, der ältere Herr am Ende sah nicht so glücklich aus! Was genau bringt denn ein Tor und wann hat eine Mannschaft gewonnen bzw. wird das Spiel ohne Tor dann einfach beendet (wenn alle Männer Durst auf ein Bier haben?)

    Übrigens, diese Moderatorin da beim ZDF find ich schrecklich – wiedermal ein Beweis, dass die kaum auf eine jüngere Zielgruppe schauen – wo sind die hübschen Moderatorinnen von früher???

  4. Daniel Remler Says:

    Es gibt zwei Tage, an dem gespielt wird. Zwei Halbzeiten, wenn du so willst. Am ersten Tag erzielte die eine Mannschaft recht früh das Tor, bzw traf den Stein. Damit hatte sie gewonnen, das Spiel war aus und es wurde gefeiert. Am zweiten Tag zog es sich ewig durch den Tag und am Ende traf die andere Mannschaft den Stein. Allerdings war es nach 22 Uhr, also nach Ende der Spielzeit. Damit zählte das Tor nicht. Das wollte die betreffende Mannschaft aber nicht wahrhaben und so war die Stimmung ein explosives Gemisch, das zu explodieren drohte. Also vertagte das Kommitee die Entscheidung für den kommenden Morgen und bewahrte die Menge vor einer Massenschlägerei und uns vor kaputten Kameras.

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